Kunst und Theater

Rechtzeitig zur Uraufführung des Musicals “Amerikanisches Detektivinstitut Lasso” von Nis-Momme Stockmann, in dem es um die “Kunstfigur” Fritz Haarmann geht, luden der Museumsdirektor Reinhard Spieler und der Schauspielintendant Lars-Ole Walburg zu einem Pressefototermin ins Sprengel-Museum ein, um aufgrund früherer öffentlicher Proteste den seit 1992 der Öffentlichkeit bislang vorenthaltenen “Haarmann-Fries” von Alfred Hrdlicka der Presse vorzustellen. Beide gingen auf die seit Tagen in Hannover in den Zeitungen zu lesenden kritischen Auseinandersetzungen ein, ob man den Massenmörder Haarmann als Theaterfigur auf die Bühne bringen bzw. als Skulptur im Museum ausstellen dürfe. Reinhard Spieler verteidigte die Absicht, den Fries ab Juni im Rahmen der Ausstellung “130 Prozent Sprengel” zu präsentieren. Der Fries setze Haarmann nicht ein Denkmal und stelle auch nicht eine “Verherrlichung der Gewalt” dar, sondern das Kunstwerk sei als Metapher zu verstehen, als künstlerische Auseinandersetzung mit abgrundtiefen Gewalttaten. Lars-Ole Walburg erläuterte die Herangehensweise und Umsetzung des Stückes von Nis-Momme Stockmann, der in seinem Text die “heutige Schwierigkeit  eines gesellschaftsverändernden und politischen Kunstanspruchs” reflektiert. Im Preview wurden uns diese kultur- und gesellschaftskritischen Gedanken des Autors sehr deutlich vermittelt. Aber, machen Sie sich selbst ein Bild von diesem Stück und besuchen das Musical.

Text und Foto: Lutz Heidenreich