Was macht eigentlich Benjamin Höppner

In regelmäßigen Abständen lassen wir unsere ehemaligen Stars des schauspiel hannover zu Wort kommen. Wir haben sie gefragt, wohin sie ihr Weg nach dem Weggang geführt hat und wo sie heute leben und arbeiten.

Benjamin Höppner war von 2000 bis 2005 Mitglied des Ensembles des Schauspielhannover.

Wohin hat Sie Ihr Weg geführt?

— Über Berlin, wo ich insgesamt drei Jahre gewohnt habe und frei gearbeitet habe, und Dresden, wo ich vier Jahre fest unter Wilfried Schulz am Staatsschauspiel war, bin ich mittlerweile in Köln gelandet.

Wir haben Sie als Schauspieler kennengelernt. Was machen Sie heute?

— Ich bin immer noch gerne und leidenschaftlich Schauspieler.

Welches sind die Höhepunkte in Ihrem beruflichen Werdegang?

— Ich habe einen Preis bekommen, ich war im Fernsehen zu sehen und im Radio zu hören, ich war auf der Berlinale mit einem Film vertreten, ich habe in den größten Städten der Republik auf der Bühne gestanden, ich habe sogar schon Werbung gemacht… was will man mehr. Ich finde es kommt nicht auf die Höhepunkte an, sondern darauf, daß man zufrieden ist mit dem was man tut oder getan hat. Und das bin ich.

Wenn Sie an Ihre Zeit in Hannover denken, gibt es etwas, an das Sie sich gern zurückerinnern?

— An die Cumberlandsche Galerie, die für uns jungen Schauspieler so etwas wie unser Wohnzimmer war, und in welcher ich meine Frau kennengelernt habe.

Welche Rolle haben Sie auf den Bühnen des Schauspielhauses besonders gern gespielt?

Sancho Pansa in dem Familienstück „Don Quixote“ inszeniert von Sebastian Nübling. Und Lopachin aus dem „Kirschgarten“ in der Regie von Luc Perceval

(Ergänzend: Gibt es auch eine Rolle, die Sie eher ungern übernommen haben?)

— Ich kann mich an keine explizit erinnern, auch wenn ich sicher nicht alles gerne gespielt habe.

2003 haben Sie den Nachwuchsförderpreis als besten Schauspieler erhalten. Was bedeutete die Auszeichnung für Sie und Ihren weiteren Weg?

— Meine Frau hat mir erzählt, wie sehr ich mich damals über das Geld, das mit dem Preis verbunden war gefreut habe, da ich damit meine Schulden begleichen konnte. Insofern war es der Grundstock für ein schuldenfreies Leben. Außerdem heißt der Preis ja „Weiter SO“. Das habe ich mir zu Herzen genommen.

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

— Das alles im Fluss bleibt.

Gibt es einen Tipp, welche Inszenierung sich die Schauspielhausfreunde unbedingt in der nächsten Zeit anschauen sollten?

— Wenn man mich sehen möchte dann im „Menschenfeind“ in der Regie von Moritz Sostmann oder „Habe die Ehre“ in der Inszenierung von Stefan Bachmann. Aber Köln ist auch sonst eine Reise wert.

 

Foto: David Baltzer, Szene aus “Menschenfeind”