"HANNOVER BRAUCHT EIN SCHAUSPIELHAUS"

Wie alles anfing

„Hannover braucht ein Schauspielhaus“ und zwar ein eigenes. Damit beginnt eine der erfolgreichsten kulturellen Bewegungen in Hannover. Am 1. Dezember 1966 gründen eine Handvoll engagierte Hannoveranerinnen und Hannoveraner die „Gesellschaft der Freunde des hannoverschen Schauspielhauses“, um vereint für eine angemessene Spielstätte des Theaters in der Landeshauptstadt zu kämpfen.
80 % der Stadt fielen im 2. Weltkrieg den Bomben zum Opfer. Während eines Luftangriffs im Juli 1943 wurden auch die Städtischen Bühnen Hannovers, das Opernhaus und das Schauspiel, das 1925 mit der Schauburg in der Hildesheimer Straße eine eigene Spielstätte bekam, zerstört.

Der Neubau

Das Opernhaus eröffnet bereits 1950 wieder, das Schauspiel dagegen muss sich auf Provisorien einrichten. Mal finden die Inszenierungen im Opernhaus, mal im Aegi aber vor allem im Ballhof statt. Dort wird 1946 auch die erste Nachkriegsauffühung inszeniert. Die räumliche Enge im Ballhof setzt den Theatermachern Grenzen und der Ruf nach einer eigenen großen Bühne für die Stadt Hannover wird lauter. Zwar gibt es bereits 1958 einen Ratsbeschluss für einen Neubau, aber das reicht den engagierten Bürgerinnen und Bürgern nicht und so gründen sie die erste und damit älteste Bürgerinitiative Hannovers, um der zögerlichen Planung und Finanzierung Nachdruck zu verleihen. 26 Jahre Beharrlichkeit führen zum Erfolg: 1988 vergibt die Stadt einen Auftrag an den Schweizer Architekten Claude Paillard, eine neue Spielstätte mit 900 Sitzplätzen zu planen. Endlich vier Jahre später im November 1992 können die Freunde des Schauspielhauses mit dem damaligen Intendanten Eberhard Witt auf die Eröffnung „ihres“ Schauspielhauses Hannover in der Prinzenstraße anstoßen. Die erste Aufführung auf den neuen „Brettern“ ist „Glaube, Liebe, Hoffnung“ von Ödön von Horváth. Es folgen die Jahre unter der Intendanz von Ulrich Khuon, 1993, Wilfried Schulz, 2000, und zuletzt Lars Ole Walburg, der seit 2009 mit seinem Ensemble dem hannoverschen Theaterpublikum unvergessliche Theatermomente auf die Bühne inszeniert. Das „Hallenbad“ oder auch „Hannovers schönstes U-Boot“, wie die Hannoveraner liebevoll kritisch ihr neues Schauspielhaus anfangs nennen, wird zu einer Erfolgsgeschichte des Theaters wie auch der Schauspielhausfreunde in der Stadt Hannover.

 

50 Jahre jung

Die Gesellschaft der Freunde des hannoverschen Schauspielhauses feiert Anfang 2017 ihren 50. Geburtstag. Von „alt“ kann keine Rede sein. Ihre Rolle als Bürgerinitiative hat sie längst erfüllt. Als kritischer und treuer Freund begleitet und unterstützt der Freundeskreis heute das Schauspiel Hannover mit seinen Spielstätten, das Schauspielhaus in der Prinzenstraße mit der Cumberlandschen Galerie und den Ballhof, der 1973/74 umgebaut und 1990 durch eine weitere Bühne „Ballhof 2“ erweitert wurde, finanziell und ideell. Er bietet allen Theaterinteressierten darüberhinaus ein spannendes Forum. Bis zur Gründung des Jungen Schauspiels 2007 initiierten die Schauspielhausfreunde zusammen mit dem Staatstheater die Veranstaltung  „Jugend spielt für Jugend“ und unterstützten finanziell das jährliche Theatertreffen mit Theatergruppen aus den umliegenden Schulen. Auch heute liegt den Schauspielhausfreunden das Junge Theater besonders am Herzen: Sie unterstützen regelmäßig Produktionen des Jungen Schauspiels und fördern mit Zuschüssen aus dem Projekt Klassenkasse Schulklassen gemeinsame Theaterbesuche. Weiterhin finanzieren die Freunde des Schauspielhauses u. a. den mobilen Theatergraben und den Vorhang im neuen Schauspielhaus. Auch die Neugestaltung des Theaterhofes kann mit Hilfe des Freundeskreises realisiert werden. Mit ihrem Förderprogramm für ihr Schauspielhaus aber auch mit spannenden Veranstaltungen wie gemeinsame Probenbesuche, Gespräche mit Mitgliedern des Ensembles, aber auch mit eindrucksvollen Blicken hinter die Kulissen und Theaterreisen hat die ehemalige Bürgerinitiative, die Gesellschaft der Freunde des hannoverschen Schauspielhauses, heute einen festen Platz im kulturellen Leben der Landeshauptstadt Hannover.

Mehr zur Geschichte der GFS und den Menschen, die die Gesellschaft mit Engagement und Ausdauer begleitet und gestaltet haben finden Sie im Buch „50 Jahre Gesellschaft der Freunde des hannoverschen Schauspielhauses“ . Es kostet 15 Euro und ist zu beziehen am Bücherkiosk des Schauspielhauses und über die GFS zzgl. 2 Euro Porto und Verpackung bei Postversand.

 

 

 

Die neue Schauburg in der Hildesheimer Straße

 

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